SOS - Die Familie retten heißt Europa bewahren

von Christa Meves

Vortrag beim Kongress von Kirche in Not am 11.04.08 in Augsburg

Im neunten Kapitel der Offenbarungen des Johannes heißt es:
„….und der Schacht des Abgrunds wurde geöffnet. Da stieg Rauch aus dem Schacht auf, wie aus einem großen Ofen…. Aus dem Schacht kamen Heuschrecken über die Erde, und ihnen wurde Kraft gegeben wie sie Skorpione haben. Es wurde ihnen gesagt, sie sollten dem Gras auf der Erde, den grüne Pflanzen und den Bäumen keinen Schaden zufügen, sondern nur den Menschen, die das Siegel Gottes nicht auf ihrer Stirn haben. Es wurde ihnen befohlen, die Menschen nicht zu töten, sondern nur zu quälen…Und der Schmerz, den sie zufügen, ist so stark, wie wenn ein Skorpion einen Menschen sticht…“

In diesem unser Land verfinsternden „Rauch“ leben wir. Dieser zerfressenden Szene sind im Besonderen unsere Familien seit fast 40 Jahren ausgesetzt; denn seit dieser Zeit versucht ein losgelassener Heuschreckenschwarm von Ideologen unsere Familie sowie die Strukturen unserer Gesellschaft und damit unsere Zukunft zu zerstören, in unverblümter Aussage sogar die Familie als scheinbar veraltet(!) ganz abzuschaffen und sie für die Kinder vom Lebensanfang an durch staatliche Betreuung zu ersetzen!

Diese Heuschrecken fielen rauschend über die Familien her, verstachen und zersetzten sie, brachten die schändlichsten Quälereien zustande und schafften es in der Tat, dass mittlerweile ungezählte Familien daran zerbrochen oder gar bereits ausgestorben sind, weil keine Nachkommen mehr nachwachsen.

Die Folgen sind für jeden sichtbar:
● Ein riesiger Scheidungsboom – in unseren Großstädten sind bereits 50% der Ehepaare geschieden, meist durch das Unzufriedenwerden der Ehefrauen mit ihren Männern –
● der ewige Zank der Paare miteinander, der Schwund der Eheschließungen durch das flüchtige Zusammenleben ohne Trauschein,
● das Stechen der Trennungsschmerzen, wenn beide auseinander gehen,
● das Zusammenwürfeln von Kindern aus Scheidungsfamilien in sog. Patchworkfamilien, in denen nur selten ein neu erhoffter Frieden einkehrt,
● die von der Erziehung so überforderten Alleinerziehenden, weil einer der Partner aus der Familie ausbrach,
● die unendlichen Zerwürfnisse zwischen Jugendlichen mit ihren Eltern oder auch der heute 30–50 Jährigen mit ihren nun alten und hilfsbedürftig werdenden Eltern – oft mit totaler Abkehr voneinander unter gegenseitigen Schuldzuweisungen. Was für ein Elend!

In der Tat: Die Heuschrecken verursachen furchtbare seelische Schmerzen wie von stechenden Insekten, sodass das elende Auseinanderdriften und das sich gegenseitige seelische Verletzen hierzulande in einem schrecklichen Ausmaß unser Leben beherrscht. Erwachsene Töchter schreiben ihren bedürftig werdenden Witwen-Müttern kaltherzig Abschiedsbriefe, wie Kündigungsschreiben an einen ungeliebten Wohnungsbesitzer! Das habe ich gerade in der Praxis erlebt. Junge Mütter geben ihre kleinen Kinder weg – oder töten sie gar in abgrundtiefer Verzweiflung, wie wir in einigen spektakulären Fällen mit Entsetzen haben zur Kenntnis nehmen müssen.

Fundamental schadet Kindern das Zerbrechen ihres Nestes und das Pendeln zwischen den sich nach der Scheidung um sie und die Finanzen zankenden Eltern! Wie quälend ist es, das eine Kindheit lang durchstehen zu müssen! Wie mindert es ihre Leistungsfähigkeit, wie bahnt das chronisch depressive Charakterstrukturen vor! Und wie voll Reue sind oft die Leiden der jungen Frauen, die nicht selten von der eigenen Familie zur Abtreibung ihres Kindes genötigt wurden.
So bitter viele sind das!

Es bedarf keiner umständlichen Analysen darüber, wodurch all das viele Unglück letztlich in der Tiefe hervorgerufen worden ist: Einmal mehr in der Geschichte war der „Rauch aus dem Abgrund“, waren die Heuschreckenschwärme der Familienzerstörung dadurch vorbereitet worden, dass mit unendlich törichtem Hochmut ein Leben ohne Gott – als Mainstream so lange verkündet und in unendlichen Wiederholungen vorgemacht wurde – bis Millionen von Menschen, ohne zu wissen, wie ihnen geschah, in diese Falle gingen. Man meinte, Gott im Wohlstand nicht nötig zu haben, zumal er von den Protagonisten kühn landauf landab als eine veraltete Masche diffamiert und nach allen Regeln journalistischer Kunst lächerlich gemacht wurde. Aber ohne Glauben lassen sich die Leiden, die Menschen einander zufügen nicht lindern, geschweige denn
heilen!

Die Offenbarung schildert schließlich auch, was aus diesem Elend werden wird, wenn sich nicht die Schar der aufgewachten Christen daran macht, die Heuschrecken mit kämpferischer Abwehr zu vertreiben, weil sie erspüren was laut Johannes sonst auf uns warten könnte.

Wir sollten genau hinhören, was uns Johannes als eine Folge der Zerstörung der Familie durch die Heuschreckenschwärme sagt: „Eine Stimme vom goldenen Altar vor Gott sprach: „Binde die vier Engel los, die am Eufrat gefesselt sind.“ Und: „Da werden die vier Engel losgebunden, dass sie töten den dritten Teil der Menschen“! Ich will nicht weiter fortfahren. Lesen Sie bitte im 9. Kapitel der Offenbarung nach, wie das geschieht.

Wir sollen, wir müssen erschrecken! Denn wir Christen können uns in dieser Situation Lauheit nicht mehr leisten! Ganz gewiss geht es jetzt um Spitz und Knopf. Ganz gewiss muss sich jeder jetzt zurüsten um in so später, fast schon zu später Stunde aufzustehen, gemeinsam aufzustehen, um die Familie zu retten, um das bedrohlich nahe Geschehen durch unsere Abwehr, durch unser Stehen zur Familie, durch unsern Glauben, zu verhindern.

Aufwachen, um Himmels willen aufwachen!
Von den Politikern allein können wir nichts erwarten.
Die Christen in unserem Land sind gefragt.
Was kann das heißen, was müssen wir tun?
Vorab: Bittgebet! Nicht mehr vergessen, was auf dem Spiel steht!

Wir müssen die Forschungsergebnisse ernst nehmen – von den verheerenden Zahlen der Weltgesundheitsorganisation über die epidemisch gewordenen Depressionen bis zum Geburtenschwund. Bemühen wir uns um Zusammenhalt und um Frieden in unseren Familien! Zusammenhalten – um der Kinder, um Gottes Willen und damit für die Zukunft aller; denn die Familie ist eine Vorgabe Gottes, sie ist der Garant unseres Gedeihlichkeit als Menschheit. Wenn wir zulassen, dass sie zerstört wird, zerstören wir unserer aller Zukunft.

Wir brauchen eine christliche Kulturrevolution! Aber die kriegen wir nicht zustande, ja wir verpassen in bedrohlicher Weise unsere letzte Chance, wenn wir meinen, als kleiner Marschierer doch nichts tun zu können!

Mit Duckmäusertum hat sich in der Weltgeschichte noch nie eine Wandlung zum Besseren ergeben – so kann uns die Geschichte lehren, so können wir es auch an der persönlichen Lebenserfahrung lernen: Gottes Hoffnungen richten sich viel mehr auf die Einzelnen, auf die Tapferen, auf die in Liebe zu Gott Brennenden. Von unserer Erkenntnis der Wichtigkeit unseres persönlichen Einsatzes für Gottes Ziele mit seiner Schöpfung hängt es ab, ob Gott sein Experiment Erde noch weiter laufen lässt.

Der Einsatz für die Familie durch unsere Treue für sie ist dabei von außerordentlich großem Wert; aber unsere neue, die friedliche, die christliche Revolution darf sich nicht allein auf die Personen beschränken, die zur Zeit etwas mit Kindererziehung zu tun haben.
Wir alle sind Mitglieder von Familien, wir alle sind gefragt!
Wir alle können jetzt nicht schläfrig sitzen bleiben! Jeder muss sich mit vor den Karren spannen; Denn es geht um uns alle, und wir alle sind gefragt als Lehrer, als Erzieher, als Großeltern, als Ausbilder, als Geistliche, als Angehörige eines Clans, als erwachsene Kinder alter Eltern, als Mütter, als Väter, als Paten, aber auch als Singles und gewiss erst recht als Verantwortliche in Politik, Wirtschaft und den Medien.

Ja, auch diese! Viele dort haben sich in einer Ideologie der Gleichheit und des Neides festgefahren, sie laufen blind einem Mainstream des Selbstmachens ohne Gott hinterher. Aber wir können auf ein Aufwachen hoffen: Der beste aller Sender Phönix ist ja bereits hier. Mit Eifer wollen wir ihm unsere Beweise aus Erfahrung und Wissenschaft, durch unser Vorleben in den Familien aufzeigen, das Wissen vermitteln, das sich ein Leben in gesunden, natürlich lebenden Familien mit einem gesunden, vernünftigen Christentum des Alltags bewährt, zu unserem Glück, für die Zukunft unseres Landes! Es gibt Hinweise, dass Menschen aus gläubigen Familien gesünder sind und sogar länger leben als andere.
Also aufstehen! Hört diese Internationale, von den Christen im christlichen Abendland!
Wie aufstehen? Sich zusammenschließen, mitmachen! Aktiv – z.B. bei bei Kirche in Not, in unserem Verein „Verantwortung für die Familie“, im Netzwerk, das wir gebildet haben unter dem Namen „Familie ist Zukunft“! Mitmachen also! Wir haben das alles parat: Programme, Manifeste, Memoranden – die wir verteilen, die jeder mit verbreiten kann. Wir sind das Volk! Wir Christen müssen mit Leidenschaft neu das Glück der Jungen wollen, statt die Zerstörung ihrer Zukunft; denn ist die Zahl der nach Rasenmähermanier zur Gleichheit Gestutzten und die Verarmung erst groß genug – so wird der Schwenk in eine atheistische sozialistische Einheitsgesellschaft unausweichlich. Die jüngsten Landtagswahlen haben bereits bewiesen, wie groß diese Gefahr schon unmittelbar vor unserer Tür steht – als Rauch aus dem Abgrund!
Wollen wir das wirklich?

Viele Familien erkennen mitlerweile die Gefahr: Klarsichtige Eltern verhalten sich bereits in ihrem Alltag dieser Situation entsprechend: Sie machen neu ernst mit ihrem Glauben. Sie kehren sich ab von allem lauen oder verweltlichten Modernismus, der ja auch in die Kirchen eingedrungen ist. Sie versuchen, in ihrem Alltag verantwortungsbewusst zu leben. Sie nehmen die zehn Gebote wieder ernst. Sie kümmern sich mehr um ihre Kinder, durch pflegliche Umgangsformen, durch Mitmenschlichkeit, gezielte Medienauswahl und Freizeitgestaltung. In diesen Familien wächst die Einsicht, dass wir in den letzten Jahren falschen Göttern nachgerannt sind: dem Materialismus, dem Egoismus, dem Wuchern von Antrieben, die doch lediglich die Basis des Menschenlebens ausmachen sollen; dass wir atheistische Ideologien auf den von Gott entleerten Thron gehoben haben, den kapitalistischen oder den dialektischen Materialismus; dass wir in einer beschämenden Weise vom liberalistischen Sozialismus ohne Gott seit 1968 haben unser Leben, unsere Medien, unsere Institutionen unterwandern lassen. Dazu gehört die Einsicht, dass jetzt bereits die Armut wächst, weil das Konzept falsch ist, weil wir die Selbstmacher der Zukunft nicht sein können; denn die atheistische Ideologie der Angleichung aller an alle entspricht nicht dem Wesen des Menschen. Jeder Einzelne ist doch anders als der andere, wie der DNS-Code beweist, jeder ist handverlesen vom Schöpfer – mit einer Hoffnung von IHM an jeden Einzelnen auf ein Leben in Liebe. Und damit sich das realisieren kann, ist von IHM die Familie eingesetzt, weil sie dort gelernt werden kann.

Wir müssen es den Eingelullten nachhaltig vermitteln: Die atheistische Weltsicht ist gescheitert, sie hat an den Abgrund geführt mit Heuschreckenschwärmen von Leid und Elend. Das Christentum hat stattdessen seine realistische Wahrheit erwiesen. Und das können wir umso mehr belegen, je mehr sich zeigt, dass es neuerdings sogar in Einklang steht mit den modernen Neurowissenschaften. So hat z.B. die neue Hirn- und Hormonforschung herausgefunden, dass die Entfaltungsmöglichkeit des Gehirns und damit dessen Lern- und intellektuelle Leistungsfähigkeit davon abhängig ist, dass in der Zeit der Hirnentfaltung, während der ersten drei Lebensjahre das Baby viel hautnahe, verbale und musikalische Anregung erfährt, vor allem durch den nahen Menschen des Umfeldes, vorab zunächst durch die leibliche Mutter in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder! Am Anfang unseres Lebens, während der Phase der Ausgestaltung des Gehirns
kommt es nicht auf intellektuelle Dressur, sondern auf Anerkennung und Zustimmung an! Liebe kann das erwirken, optimal die mütterliche, durch Hingabe, durch Ansprache, durch Zuwendung, eben gerade von jenem Du, das das Kind bereits kennt, wenn es geboren wird, von dem es Geborgenheit erwartet und das sein Überleben garantiert. Die Forschung belegt: Auf Liebe ist der Mensch geradezu angelegt, auf genau jenen Wert, der der Höchstwert des Christentums ist. Die in der Familie liebevoll und opferbereit gepflegten Kinder sind es, die im Erwachsenenalter selbst liebevoll und seelisch stabil sind! Stimmigkeit auch hier. Deshalb ist die Kollektivierung der Kleinkinder schlimm falsch; denn das Gehirn entfaltet sich am besten unter der liebevollen Anleitung der nächsten Angehörigen in der Familie! Das Gehirn, dieses göttliche Werk in unserem Kopf, kann sich durch Lieblosigkeit sogar aus dem Gleichgewicht bringen lassen – unter Umständen für das ganze spätere Leben! Deshalb sind bereits 20% der Fünfjährigen behandlungsbedürftig, deshalb können die Schulkinder nicht mehr stillsitzen, deshalb die vielen Loser, unter denen unser Sozial- und Gesundheitssystem zusammenzubrechen droht!

Was meinen wir, warum uns Gott die Mutter in Gestalt der Maria so eindringlich vor Augen gestellt hat, dass es keine Gestalt in der abendländischen Kunst gibt, die so häufig gemalt worden ist wie sie?

Und da kommt ein entsetzlich törichter Geist der Moderne daher und versucht allen Frauen einzublasen, dass nichts dümmer und lächerlicher ist, als eine liebevolle Mutter zu werden – ein böser Geist, der die jungen Frauen dazu bringt, das dann auch zu lassen! Durch Verhütung, durch Abtreibung, durch Karrierewut!

Das muss in die Köpfe aller: Dass man – jetzt schon seit 40 Jahren – die Mütter abzuschaffen sucht, und zwar ziemlich erfolgreich. Die wichtigste Person für unser Überleben, und damit der wichtigste, der wertvollste, der unaufgebbarste Beruf aller Berufe! Das ist doch geradezu hirnrissig!

Einen Beruf, der die Liebe auszugiessen vermag über Kinder und Mann, jene Liebe, ohne die der Mensch niemals je menschlich und erst recht nicht kultiviert leben kann! Denn er ist darauf von Gott programmiert. Er hat uns das durch Christus ins Stammbuch geschrieben. Und deshalb ist Christus selbst mit seiner beispiellosen Liebe in der Tat der Weg für die Menschheit, die Wahrheit für sie und ihr Leben in Zukunft. In höchster Gefahr ist dies unser Auftrag als Christen: dies jetzt hineinzurufen in unser Land.

Wenn wir diese Einsicht zu unserer Richtschnur machen, wird klar, dass wir von der Tiefe her ganz neu anfangen müssen. Alles sollten wir im neuen Jahrhundert ändern: den Geist in den Medien, in der Schule, in der Politik, in der Familie. Ganz wichtig: Uns mit brennenden Herzen kämpferisch um das Überleben des christlichen Abendlandes bemühen, damit wir menschlich bleiben, indem wir den modischen Maßlosigkeiten entgegentreten.

Was müssen wir uns vornehmen? Priorität muss eine neue Bemühung um einen viel besseren Schutz der Familie haben. Zusammenhaltende Familie überlebt besser in Krisenzeiten als Single-Helden, hat jüngst FAZ-Herausgeber Schirrmacher mit einem historischen Beispiel belegt. Auch Großeltern haben bisher unendlich gute Kleinarbeit geleistet, um Enkeln durch ihre Liebe zu einem gesunden Glaubensleben und zu seelischer Gesundheit zu verhelfen! Das muss in direktem Widerstand gegen den Zeitgeist reanimiert werden! Und wir müssen einen zentralen Schwerpunkt auf die Renaissance der Mütter setzen.
„Mutter als Beruf“
heißt deshalb unser Programm. Die Hirnforschung belegt: In den ersten drei Lebensjahren entwickelt sich ein Gehirn umso leistungsfähiger, dem durch Liebe und sorgsame Pflege eine solche Synapsenfülle zuteil wird, dass intellektuelle Leistungs- und Durchhaltefähigkeit entsteht! Bewahrheitetes Christentum; denn christliche Eltern verstehen das Aufziehen von Kindern als einen Auftrag von Gott, als anvertraute Leihgaben von IHM in höchster Verantwortung, in genauer Beachtung seiner Vorgaben. Dadurch werden sie intelligent, wissen bereits viele internationale wissenschaftliche Studien, nicht dadurch, dass man sie stattdessen in die Krippen gibt! Das ist hingegen gefährlich falsch, weil die Folgen der Trennung von der Mutter, die man im Speicheltest als Stress des Säuglings jetzt messen kann, oft lebenslänglich erhalten bleiben!

Besonders Familienväter müssen das im Bewusstsein haben und danach handeln! Selbst die Basis des Lebens klappt nur auf dem Boden auch von getreuer einsatzbereiter Vaterschaft – vielleicht sogar mit Überstunden. Ohne die Väter geht es mit dem Erziehen nur sehr viel schwerer. Die Familie braucht seinen Schutz, sie braucht auch das Opfer und den Einsatz des Mannes! Ihr christlichen Männer, steht doch auf, schließt euch zusammen, trommelt, ruft laut, lauter: Wozu habt ihr eure lautstarke Stimme? Lasst euch doch nicht in die Ecke drängen und zum Schweigen bringen! Die euch anvertraute Familie ist in Gefahr!

Schon während der Schwangerschaft müssten Mütter deshalb auf den so außerordentlich hohen Wert ihrer Gegenwart und ihrer Mühewaltung in der Phase der Ausgestaltung des Gehirns nachhaltig informiert werden. Und Mutterschaft müsste deshalb in unserer so bedrohten Situation unbedingt ein von der Gesellschaft finanziell getragener Beruf mit Rentenanspruch sein, wie unser Freundeskreis das bisher vergeblich seit 20 Jahren den Regierungen abgefordert hat. Das würde langfristig genau jene Sanierung bedeuten, um die die Politiker jetzt vergeblich ringen.

So ließe sich die Arbeitslosigkeit in den Griff bekommen:
a) indem weniger arbeitsunfähige Kinder heranwüchsen und
b) indem der Mutterberuf andere Arbeitsplätze freimachen würde.

Mutterschaft müsste als der wertvollste aller Berufe anerkannt werden. Die Mutter muss von uns als Beauftragte Gottes gesehen und hoch geachtet werden. Dann wird es auch bald genug junge Frauen geben, die diesen wertvollsten aller Berufe ergreifen wollen! Und wie viel anderweitige Erwerbstätigkeit, wie viel Selbstverwirklichung ist für uns Frauen bei entsprechenden Hilfen jenseits der Erziehungsarbeit möglich. Wir Frauen haben eine Lebenserwartung von 82 Jahren – im statistischen Mittel.

Meinen Sie, das lässt sich nicht erreichen? Oh doch, wir müssen es nur nachdrücklich und mit Vielzahl verkünden. Lassen Sie mich, die ich nun bereits seit 40 Jahren eine solche Wende öffentlich anmahne – mit Prognosen, die bereits alle eingetreten sind – nicht weiter allein mit der Schar der sieben Aufrechten herumzirpen, Sie müssen alle aufstehen und die Zukunft wollen! Für sich selbst – für ihre eigene Familie, für alle – für unseren Gott!
„Die wahre Vernunft ist die Liebe“, sagt unser Papst, und die Liebe ist die wahre Vernunft!“

Eine zweite zentrale Aufgabe für eine gesündere Gesellschaft müsste deshalb in der Überwindung des destruktiven Feminismus bestehen. Die militanten Feministinnen sagen es unverblümt: „Wir kämpfen nicht nur um ein wenig Quote; nein, wir wollen die Macht über die Männer.“ Und die von ihnen beschworene Männin ist nun ja längst installiert! Aber mit ihr lässt sich Zukunft nicht gewinnen! Ein hoher Prozentsatz der vierzigjährigen Akademikerinnen hat keine Kinder! Was hülfe es denn, wenn sie die ganze Welt gewönnen und richteten doch so viel Schaden für unsere Zukunft an! Machtkämpfe zwischen den Geschlechtern haben uns keinen Segen gebracht. Den kann allein die Liebe, und das heißt die gegenseitige Akzeptanz von Mann und Frau über ihre hormonell angelegte Unterschiedlichkeit und die gegenseitige Achtung voreinander sowie der Großmut, mit den Fehlern des anderen leben zu wollen, erbringen. Und das alles geht nur im Geist der Versöhnung.

Beglückende Gemeinschaft enthält die Möglichkeit, sich gegenseitig zu ergänzen im Bemühen um die gemeinsame Verantwortung für die gemeinsamen Kinder, besonders bei deren Findung ihrer geschlechtlichen Identität, zu der das Vorbild der Eltern unbedingt erforderlich ist. Was dazu im Familienalltag nötig ist, findet sich im Einzelnen in meinen Büchern und in unseren Faltblättern. Nur das Allerdringlichste sei kurz herausgegriffen:

Eine pflegliche Beschränkung des Fernsehkonsums und des Surfens im Internet in den Familien ist Not! Man sollte die Kinder nicht wahllos Programme einschalten lassen. Man sollte den Fernseher nicht im Familienmittelpunkt platzieren, ihn nicht ständig laufen lassen. Und man sollte die Computernutzung vorsorglich mindern. Besser ist es, mit den Kindern gemeinsam fernzusehen, um das Gesehene dann auch zu kommentieren und mit ihnen darüber orientierende Gespräche zu führen.

Auch dem Abdriften der Pubertierenden in den Jugendsex und in die Discowelt muss frühzeitig vorgebeugt werden. Am besten funktioniert das, wenn man ihnen bereits im Grundschulalter dazu verhilft, auf ihren speziellen Begabungen ein Hobby aufzubauen – je nach Interesse der Kinder auf sportlicher, musikalischer, technischer, sozialer Art; denn mit Verboten allein ist gegen die massive Verführungsmöglichkeit im Jugendalter nicht beizukommen.

Darüber hinaus müssen die Kinder in diesem Alter durch unermüdliche Bemühung ihrer Eltern Lebensweisen lernen, die ihre Kultivierung fördern. Das geht am besten über eine tägliche Tischgemeinschaft – am besten zur Abendbrotszeit. Die Wichtigkeit der Tischgemeinschaft (nach einem Dankgebet) kann heute gar nicht genug betont werden. Darauf sollte man im Fastfoodzeitalter auf gar keinen Fall verzichten! Die Kinder brauchen nicht nur das Lernen von Tischmanieren, sie brauchen Gespräche, die ihnen Orientierung vermitteln, die helfen, dass sie nicht den Verführungen anheimfallen. In diesem Alter müssen die Kinder am Familientisch immer wieder darüber unterrichtet werden, wie man durch Rauchen, durch Ecstasy, durch Hasch und andere Rauschgifte sein Leben kaputt macht – und wie nötig es ist, hier nicht mit den uninformierten Mitschülern zu heulen, weil alle diese Stimulanzien zur Sucht führen, von der man dann nicht mehr loskommt. Das erfordert allerdings einen hohen Einsatz an Zeit der Eltern für die Kinder, an echter Gemeinschaft in den Familie, z.B. um gemeinsam gestaltete Wochenenden und Ferien, Stunden, in denen die Eltern versuchen, sie auf die Kraft, dem Verderblichen zu widerstehen, zuzurüsten und ihnen im eigenen Verhalten Vorbild zu sein. Auch das gemeinsame Abendgebet, gemeinsame Gottesdienstbesuche und die Mitarbeit in der Gemeinde sollten unbedingt gepflegt werden. Es muss auch spätestens mit den Jugendlichen über den tiefen, den lebenserleichternden Sinn des Glaubens immer wieder gesprochen werden.

Was in meiner Vision einer christlichen Kulturrevolution und der Sanierung zu einer gesunden Gesellschaft darüber hinaus unumgänglich ist, ist die Reanimierung des christlichen Geistes in der Schule und den Ausbildungsgängen im Computerzeitalter durch Elternprotest. Weder gleichmacherische Kollektivierung noch elend verkopfte, verintellektualisierte Dressur kann der Erziehung zum Menschen angemessen sein. Leben einem sanierten gestrafften Lern- und Ausbildungsprogramm sollte die neue Schule Raum geben für das dem Menschen spezifisch Notwendige: Ethische, am christlichen Glauben ausgerichtete Orientierung und Beachtung seiner Individualität! Der Mensch ist doch keine Ameise!

Gesunde seelische Entfaltung, ja überhaupt Zukunft wird es nur geben können, wenn sich der Mensch von seinem Größenwahn abkehrt; wenn er sich wieder nach Gott auszustrecken beginnt, auf das Ziel zu, dass das Reich Gottes, das der Liebe, auf Erden wachsen möge. Jeder von uns hat diesen Auftrag, jeder von uns an seinem Platz, mit seinen spezifischen Gaben. Zu dieser Entscheidung müssen wir im neuen Jahrhundert aufbrechen!

Nur mit dem Aufwachen unserer Bevölkerung, durch jeden von uns, und mit einem neuen, durch die Kirche einhellig unterstützten Bewusstsein über die uns Europäer bedrohende Gefahr kann es möglich werden, unseren trägen, schläfrigen Wohlstandsegoismus zu überwinden, so dass die Verantwortung für das Ganze, für das Seelenheil und die Zukunft aller wieder in unser Blickfeld rückt. Und das kann nur unter täglichem Bitten um Kraft und um Gottes Erbarmen geschehen.
Denn nur dann haben wir Aussicht, dass wir menschlich bleiben. Und nur so wird uns Zukunft zuteil werden!

Denn unsere Situation ist ähnlich bedrohlich , wie sie uns Reinhold Schneider 1944 unmittelbar vor dem furchtbaren Bombenkrieg wahr und dennoch hoffnungsvoll ins Stammbuch schrieb:

Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt
Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
indes im Dom die Beter sich verhüllen –
bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
und aus den Tiefen, die kein Aug‘ entschleiert,
die trocknen Brunnen wieder sich mit Leben füllen!

Weiterführende Literatur:
MEVES,Ch.: Aufbruch zu einer christlichen Kulturrevolution. 2. Aufl. Christiana Verlag.